Smarte Transportpaletten in der Microsoft German Cloud (Microsoft Cloud Deutschland)

Lorenz GoebelEDI, Enterprise Integration, Integration mit BizTalk Server, Internet of Things, Microsoft Azure, Referenz, Sunato-Press

Smarte Transportpaletten

Unser Kunde ist ein mittelständisches Logistikunternehmen aus München, der durch einen Großauftrag ein neues Lager, ca. 500 km vom Hauptsitz entfernt, betreibt. Um vom Wareneingang bis zur Verladekontrolle, dem Warenausgang und der Zustellung alle Boxen, Verbrauchseinheiten, Pakete und Paletten automatisch verfolgen zu können, werden smarte Transportpaletten mit RFID Chips eingesetzt. An den Lagertoren sind Richtantennen verbaut, die alle Informationen der Palette aufzeichnen (Bewegungsrichtung, Tornummer, RFID Nummer, etc.). Ganz grob sieht es dort so aus (Musterbild).

Aufgabenstellung

Diese Informationen müssen nun mit dem ERP System und dem Lagerverwaltungssystem (LVS) am Hauptsitz abgeglichen werden, um dem Lagerarbeiter bei der Beladung und Entladung durch eine Ampel die Freigabe zu erteilen.

Das RFID Signal muss dazu sicher und schnell an die Softwaresysteme am Hauptsitz übermittelt werden und das Ergebnis ebenso sicher und schnell wieder an das Lager gemeldet werden.
Folgende Systeme sind an der Kommunikation beteiligt:

  • RFID Software am Lagerstandort,
  • ERP Software am Hauptsitz,
  • LVS am Hauptsitz.

Am Hauptsitz wird bereits eine Digitalisierungsplattform (Microsoft BizTalk Server) betrieben, über die alle IT Systeme ihre Daten austauschen. Diese Plattform sollte grundsätzlich auch für den hier geschilderten neuen Anwendungsfall eingesetzt werden.

Lösung

Nach einer Analyse der Situation haben wir dem Kunden zu einer Erweiterung seiner Digitalisierungsplattform um eine Cloud Komponente geraten. Diese hybride Lösung schien uns aus folgenden Gründen der beste Weg zu sein:

  • Skaliert optimal
    • Performanceengpässe können durch Tarifwechsel ohne Software Anpassung vorgenommen werden.
    • Die Anbindung neuer Geschäftspartner oder IT Systeme ist problemlos möglich
      (z.B. Meldung der Palette, wenn sie sich in der Reinigung oder im Ladengeschäft befindet).
    • Die Infrastruktur ist in Sekunden ausbaufähig und skalierend.
  • Schnell einzuführen
    • Das Abonnement und die Infrastruktur (Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebung) stehen ohne Mehraufwand zur Verfügung.
    • Keine neue Hardware notwendig.
    • Die Technologie für die Anbindung ist standardisiert und kann von allen gängigen Systemen genutzt werden.
  • Kosteneffizient
    • Die bestehenden Softwaresysteme des Unternehmens werden weitergenutzt und intelligent durch Cloud Komponenten erweitert.
    • Betrieb und Wartung der Infrastruktur wird durch den Cloudprovider zu minimalen Kosten abgedeckt.
  • Sicherheit:
    • Alle Aspekte der Datensicherheit (Verfügbarkeit, Backup, Schutz) werden an den Cloudprovider übertragen, der nach höchsten deutschen Normen zertifiziert ist.
    • Kritische Daten verbleiben im Unternehmen.

 

Technische Umsetzung

Technisch nutzten wir dafür den Azure Servicebus: Über diesen konnten wir die Infrastruktur in wenigen Minuten aufsetzen und mit der eigentlichen Entwicklungsarbeit beginnen. Für die Datenübertragung wurden zwei Queues instanziiert. Durch die Authentisierung über Shared Access Signatures kann jeder Teilnehmer nur auf die für ihn bestimmten Informationen zugreifen. Der Hersteller der RFID Software bekam von uns eine detaillierte Anleitung, um seine Software an den Azure Servicebus anzubinden. Auf der Seite unseres Kunden konnte die Anbindung an den Servicebus durch den im Unternehmen schon vorhandenen Microsoft BizTalk Server ebenfalls ad hoc vorgenommen werden.

Da es zunächst Bedenken bezüglich der Datensicherheit gab, wurde statt einer public Cloud die auf Azure basierende Microsoft Cloud Deutschland gewählt. Diese Cloudlösung gewährleistet die Einhaltung der strengen deutschen und europäischen Vorschriften und stellt sicher, dass sich alle Daten und die zugehörigen Systeme in Deutschland befinden.

Ergebnis

Die Ergebnisse sprechen für sich:

  • Nur wenige Personentage an Aufwand wurden von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme (inkl. Anbindung an die bestehenden Systeme) benötigt.
  • Die Kosten für den Servicebus belaufen sich auf unter 10 EUR/Monat. 13 Millionen Operationen im Monat sind enthalten, pro weitere Million Operationen werden €0,675 fällig (derzeit geplante Spitzenauslastung unter einer Million Operationen pro Monat, entspricht 20.000 Palettenbewegungen täglich).
  • Alle Metriken (eingehende und ausgehende Nachrichten, aktive Verbindungen, etc.) können über das Azure Portal analysiert werden.
  • Alle Daten stehen für das BI – Reporting zur Verfügung.
  • Die Integration neuer Geschäftspartner (Transportunternehmen, Ladengeschäfte, Reinigung der Paletten, etc.) ist innerhalb weniger Stunden möglich und gewährleistet eine durchgängige Nachverfolgbarkeit der Paletten.
  • Die Verwaltung der Kundendaten übernimmt mit T-Systems ein Treuhänder, dessen Hauptsitz in Deutschland liegt und der somit deutschem und EU-Datenschutzrecht unterliegt.

Fazit

Die Anforderungen des Kunden konnten mit wenigen Tage implementiert werden und in den Live-Betrieb übergehen.
Mittlerweile ist der Cloud-Einsatz im Unternehmen so verinnerlicht, dass bei jeder neuen Anforderung zuerst ein Cloud-Szenario für die Lösung evaluiert wird. Zudem setzt der Kunde bereits viele Microsoft Produkte ein (Dynamics, SharePoint, Office 365, etc.), die sich alle nahtlos und unkompliziert in die Cloud integrieren lassen.
Die nächsten Schritte sind die Anbindung weiterer Geschäftspartner, um das Tracking der Paletten (resp. Waren) weiter auszuweiten, und ein automatisiertes Business-Reporting zu etablieren.

„Schnell, unkompliziert und kostengünstig.“Fazit des Projektleiters auf Kundenseite

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