BlackBerry 10 – Erster Eindruck

Milen KoychevMobility

 

Im Oktober waren wir zu Gast bei dem BlackBerry Hersteller Research in Motion (RIM), um uns die neue Plattform BlackBerry 10 vorstellen zu lassen.

BlackBerry ist bekannt geworden durch die Bereitstellung von Smartphone Lösungen, noch bevor es den Begriff überhaupt gab. Mit der zuverlässigen und sicheren Übertragung von Push E-Mails wurde die BlackBerry Plattform bekannt und ist noch heute in vielen Unternehmen zentrale Komponente der Mobile-Strategie.

Durch den Erfolg neuer Touch- und Consumer-fokusierten Plattformen, allen voran natürlich das iPhone, hat BlackBerry an Marktanteilen eingebüßt. Dies betrifft vor allem auch das Kerngeschäft, den Enterprise Kunden. RIM hat es bisher nicht geschafft, den Anspruch der Consumerization zu genügen, die Geräte und vor allem die Oberflächen des Betriebssystems konnten viele Anwender nicht überzeugen. 

Dabei bietet die BlackBerry Plattform eine Administrierbarkeit und Sicherheit, die man bei anderen Plattformen meist vergeblich sucht und ist dadurch immer noch eine nicht zu unterschätzende Option im Unternehmenskontext. 
Eine der großen Stärken anderer Smartphone Plattformen ist auch die Vielfalt der verfügbaren Apps und die gut gefüllten App Stores. BlackBerry hatte zwar bereits seit 2009 ebenfalls einen App Store (BlackBerry App World), der jedoch nie die Masse an Apps erreicht hat, wie beispielsweise Apple, Google oder auch Microsoft. 

Mit BlackBerry 10 (kurz: BB10), dem in Q1 2013 erscheinenden, komplett neu entwickelten Betriebssystem, will RIM jetzt noch einmal das sprichwörtliche Ruder herumreißen. BB10 versucht den Spagat zwischen optisch ansprechender Smartphone (und Tablet-) Plattform und mobiler Unternehmenslösung zu sein, was aus meiner Sicht ein grundsätzlich sinnvoller Ansatz ist. 

Für den Neustart von BlackBerry hat sich RIM Verstärkung mit QNX, einem in der Industrie seit Jahrzehnten erfolgreichen Echtzeitbetriebssystem, hinzugekauft. QNX ist die technische Grundlage für BB10 (und auch bereits für das BlackBerry Tablet Playbook)  
Für die Erstellung von Apps stellt RIM wie üblich eine Entwicklungsumgebung zur Verfügung, folgende Programmiermöglichkeiten stehen zur Verfügung:

 

Wer die bisherige BlackBerry Plattform kennt weiß, dass Apps bisher ausschließlich in Java bzw. J2ME oder als Web App entwickelt wurden. Bestehende Anwendungen sind folglich nicht kompatibel und müssen migriert oder komplett neuentwickelt werden.

Für unsere Tests haben wir von RIM ein Alpha Device gestellt bekommen und der erste Eindruck ist positiv. Die Oberflächen sind flüßig, optisch ansprechend und bieten einige Features, die das produktive arbeiten deutlich erleichtern. So ist es beispielsweise nicht nötig eine App komplett zu verlassen, um zu prüfen, von wem die gerade eingetroffene E-Mail ist. Hier hat RIM einige sehr gute Ideen eingebracht. Bei der aktuellen Version handelt es sich aber noch um Beta Software und das ist an manchen Stellen noch durch Inkonsitenzen oder Abstürze zu spüren.

Für interessierte gibt es bei Techcrunch ein gutes Video, das BB10 anschaulich zeigt. Sollten Sie Interesse haben, das Gerät mal „Live“ zu erleben, kommen Sie gerne auf uns zu!

 

Fazit

RIM stellt mit seinem BlackBerry 10 ein neues Betriebssystem vor, um Consumer und Enterprise Kunden zu gewinnen. Der erste Eindruck ist, dass die Consumer hier leicht in den Vordergrund gerückt sind, dies ist jedoch nach dem Erfolg der anderen Plattformen und der Byod (Bring your own device) Welle nachvollziehbar. Die aktuelle Version ist optisch wesentlich ansprechender als die bisherige BlackBerry Plattform und macht bereits einen stabilen Eindruck. 

Das bereits mehrmals verschobene Betriebssystem soll in Q1 2013 erscheinen, spekuliert wird über eine Veröffentlichung im März. Es gilt als sicher, dass RIM sowohl reine Touch Geräte als auch Geräte mit physikalischer Tastatur auf den Markt bringen wird. Die aktuellen Alpha Devices sind Touch-only. Im Gegensatz zur bisherigen Strategie denkt RIM laut darüber nach, BB10 auch an andere Hersteller zu lizenzieren.