Windows Azure Kosten – ein Überblick

Milen KoychevMicrosoft Azure

Hinter der Plattform Windows Azure steht ein einfaches Kostenmodell – es wird nur das in Rechnung gestellt, was wirklich verbraucht wurde. Wie wir im vorigen Blogbeitrag zum Thema “Windows Azure richtig einsetzen” berichtet haben, gibt es mehrere Szenarien, bei denen dieses Kostenmodell besonders attraktiv für die Betreiber eines IT-Systems ist. In diesem Beitrag gehen wir detaillierter auf den Punkt Windows Azure Kosten ein. Die Kosten einer Windows Azure Applikation setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Obwohl das Angebot von Microsoft klar definiert ist, sollten im Voraus einige Besonderheiten geklärt werden.

  • Kostenkomponente Compute: Bei dieser Komponente handelt es sich um die Kosten für den Verbrauch von Rechenleistung pro Stunde (s. Abbildung 1). Es gibt mehre Varianten von Compute (s. Abbildung 2).

 

Windows Azure Kostenkomponente Compute

Abbildung 1: Windows Azure Kostenkomponente Compute

 

Window Azure Varianten der Kostenkomponente Compute

Abbildung 2: Window Azure Varianten der Kostenkomponente Compute

An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass jede Windows Azure Applikationsinstanz auf einem eigenen virtuellen Server ausgeführt wird. Die Eigenschaften (wie Anzahl CPUs, Größe des Hauptspeichers usw. s. Abbildung 2) des Servers werden durch die Auswahl der Compute-Komponente festgelegt. Dem entsprechend kostet eine Azure Applikation, wenn sie auf einem Server mit einer CPU (Small Instance) ausgeführt wird $0.12 pro Stunde. Wenn die Applikation mehr Ressourcen benötigt (z.B. mehr als eine CPU), kann die entsprechende Variante der Komponente ausgewählt werden. Somit werden sich auch die Kosten für den Betrieb entsprechend der Tabelle aus der Abbildung 2 verändern.  

Eine Besonderheit sollte in diesem Kontext von den Betreibern und Entwicklern der Azure Applikationen beachtet werden. Compute-Kosten fallen an, sobald eine Applikationsinstanz auf der Windows Azure Plattform installiert ist. Dabei macht es keinen Unterscheid, ob die Instanz in der Staging-Umgebung oder in der Produktiv-Umgebung ist, ob die Applikation ausgeführt (Status ready) oder gestoppt (Status stopped) ist. 

Wenn Sie z.B. eine Applikation in der Staging-Umgebung im Status “stopped” haben, da Sie diese gerade in der Produktiv-Umgebung installiert und aktiviert haben, verursacht diese Konstellation bei einer Small-Instance doppelte Kosten (2×0.12=0.24) $0.24 pro Stunde. Einen entsprechenden Hinweis auf die Kostenentwicklung finden Sie in der Azure-Umgebung, nachdem Sie Ihre Applikation installiert haben. Sollten Sie Ihre Applikation auf mehrere Instanzen verteilt haben, dann müssen Sie bei der Kostenermittlung auch die Anzahl der Instanzen berücksichtigen, indem  Sie die Compute-Kosten mit dieser Anzahl  multiplizieren.

Windows Azure Umgebung mit einer Applikationsinstanz

Abbildung 3: Windows Azure Umgebung mit einer Applikationsinstanz

Aus den oben erwähnten Tatsachen folgt, wenn Sie eine Applikation nicht mehr benötigen, dann muss diese aus der Windows Azure Umgebung (Produktion und Staging) entfernt werden (s. Abbildung 4), damit keine weiteren Kosten entstehen.

Windows Azure Umgebung ohne Applikationsinstanzen

Abbildung 4: Windows Azure Umgebung ohne Applikationsinstanzen

  •  Ermittlung der Gesamtkosten: Bei der Kalkulation der Gesamtkosten einer Azure Applikation speilen weitere Komponenten (wie z.B. Inanspruchnahme einer SQL-Azure-Instanz, Nutzung des internen Speichers, Datentransfer eingehend bzw. ausgehend usw.). Es ist nicht wirklich einfach die Gesamtkosten per Hand zu errechnen und insbesondere, wenn man für die Beanspruchung der unterschiedlichen Komponenten keine Richtwerte hat. Genau für diesen Zweck wurde ein Tool entwickelt – der Windows Azure  Kostenkalkulator (s. Abbildung 5 und Abbildung 6). 

 

Windows Azure Kostenkalkulator

Abbildung 5: Windows Azure Kostenkalkulator

 

Im ersten Schritt (s. Abbildung 5) werden mehrere Daten zu dem geplanten oder schon umgesetzten IT-System abgefragt. Aus dieser Abfrage werden Richtwerte für die entsprechenden Azure Komponenten generiert und in die Berechnung der Kosten im Schritt zwei (s. Abbildung 6) übernommen.

 

Windows Azure KostenkalkulatorAbbildung 6: Windows Azure Kostenkalkulator 

Nachdem Sie den Schritt zwei erreicht haben und die erste Kalkulation vorliegend haben, können Sie die Parameter (z.B. die Anzahl der Azure Instanzen oder die Größe der Datenbank) der Berechnung ändern und somit eine genaue Kostenkalkulation nach Ihren Vorstellungen erstellen.

  • Angebote und Sonderangebote: Microsoft hat momentan mehrere Angebote für die Nutzung der Windows Azure  Plattform (einen Überblick finden Sie hier). Manche Angebote enthalten so genannte freie Ressourcenkontingente, also Kontingente für die, Sie erstmals nichts zahlen. Dennoch sobald das Kontingent überschritten ist, wird jede weitere Leistung in Rechnung gestellt. Ein aktuelles Beispiel ist, dass über einen MSDN-Premium-Account 750 Stunden für die Komponente Compute jeden Monat frei (also 24×31=744) stehen zur Verfügung stehen. Dies bedeutet, dass Sie z.B. eine Testinstanz Ihrer Applikation (in der Variante Small Instance) im Monat kosten los ausführen dürfen, sobald Sie aber neben dieser Testinstanz auch eine produktive Instanz oder eine andere Testinstanz parallel betreiben möchten, bezahlen Sie für jede Stunde verbrauchte Stunde.

 

  • Azure-Kostenentwicklung und Azure-Rechnung: Am Ende jedes Monats wird die Azure-Rechnung erstellt (s. Abbildung 7).  Die Rechnung ist sehr detailliert und beinhaltet alle konsumierten Leistungen aufgelistet pro Tag (s. Abbildung 8). Wer aber die aktuelle Kostenentwicklung seines IT-Systems beobachten möchte und nicht auf das Ende des Monats warten kann, kann dies im Windows Azure Portal tun. Es wird die Summe aller bis zu dem aktuellen Tag angefallen Kosten angezeigt.

 

Windows Azure Rechnung

Abbildung 7: Windows Azure Rechnung

Windows Azure Rechnung - Tagesübersicht Abbildung 8: Windows Azure Rechnung – Tagesübersicht

 

 

Nachdem wir ausführlich das Thema Kosten einer Windows Azure Applikation betrachtet haben, sollen wir auch unsere Aufmerksamkeit auf die genauen Leistungen, die von Microsoft durch Windows Azure angeboten werden, richten. Für jede Komponente der Windows Azure Plattform hat Microsoft eine eigene SLA-Definition veröffentlicht:

 

Aus den oben genannten Dokumenten kann jeder entnehmen, in wie weit seine Ansprüche an die Windows Azure Plattform gedeckt sind. In meisten Fällen finden wir dies mehr als genug, um den Schritt in die Wolke zu wagen und unter der Berücksichtigung der erwähnten Besonderheiten wirtschaftlich IT-Systeme mit Windows Azure zu betreiben!

Wir hoffen mit diesem Beitrag für Sie mehr Klarheit auf dem Gebiet des Cloud-Computings geschafft zu haben. Wenn Sie sich mehr Unterstützung wünschen, sprechen Sie uns an – die Experten der Sunato GmbH beraten Sie gerne!